Heimautomation - warum braucht man das? Die Frage muss sich jeder selbst stellen. Im 21 Jahrhundert ist es durchaus möglich gewisse alltägliche Vorgänge im Haus und in der eigenen Wohnung nicht sich selbst oder dem reinen manuellen Betrieb zu überlassen. Wer Wert auf etwas gesteigerten Komfort oder nach einer gewissen Behaglichkeit sucht und auch Energiekosten senken möchte - stellt sich diesen Fragen.
Was will ich Automatisieren?
Die beliebtesten Anwendungen sind das steuern des Sonnenschutz, der Garagentore, schaltbare Steckdosen, Heizkörperventile und natürlich die Raumbeleuchtung bis hin zu frei programmierbaren Lichtscenen, dem einsparen von Energie und der Sicherheit. Möglich ist alles.
Die multimediale Musik-Berieselung oder gar die automatische Bewässerung der Grünanlage im Aussenbereich ist schon lange kein unbezahllbarer Luxus. Es ist nur eine Frage der Technik, der Kosten und ob man bereit ist für einen gewissen grad an Bequemlichkeit auch Geld auszugeben.
Fachgerechte Installation
Die hier genannten EIB/KNX-Systeme sind nur durch geschultes Fachpersonal zu installieren da diese Lösung einen Eingriff in die elektrische Anlage der Wohnung oder eines Gebäudes erfordert. Einzige Ausnahme für jedermann bilden Geräte die in eine vorhandene Steckdose gesteckt werden.
Welches System ist geeignet
Zum "Fernsteuern" gibt es viele Lösungen. Auch Bastellösungen. Die intelligentesten und schönsten Lösungen - von denen man kaum etwas sieht - ausser den ausgeführten Aktionen - sind leider auch am teuersten. Funklösungen mit Empfängern für die Steckdose sind die einfachsten und kostengünstigsten Lösungen. Rückmeldungen über Schaltzustände oder einer ausgeführten Aktion dabei aber eher selten möglich.
Jedes auf dieser Seite genannte System kann im eigenen Haus oder in einer gemieteten Wohnung verwendet werden. Der Regel nach werden vorhandene Lichtschalter mit einem Sensor bzw. auch Aktor erweitert oder ersetzt. Die Geräte können aller Regel nach bei einem Wohnungswechsel 1:1 weiterverwendet werden und müssen höchstens Umprogrammiert werden. Bei dem hier genannten Funklösung ist das umprogrammieren von jedermann zu erledigen. Die Kosten der Geräte sind im besten Fall daher eine einmalige Investition.
EIB/KNX
Für mein Umfeld habe ich mich für EIB/KNX entschieden da dieses System EN 50090 und ISO/IEC 14543-3 genormt ist und damit keiner Insel- oder Bastelgeschichte entspricht, keine Funk-Lösung ist und gleichzeitig den höchsten Komfort bei der größten möglichen Flexibilität bringt.
Die komfortabelste Lösung ist ein EIB/KNX Bus im ganzen Haus. Für den Neubau ist es daher ratsam auch gleich die entsprechenden TP-Busleitung mit verlegen zu lassen. Für die Wohnung oder Gebäude in denen eine kabelgebundene Nachrüstung nicht möglich ist gibt es EIB/KNX auf der Basis von PowerNet welches für die Übertragung aller Informationen das vorhandene bereits verlegte 230 Volt Stromnetz verwendet.
Die Programmierung von EIB/KNX Geräten erfordert gute Kenntnisse aus diesem Bereich und auch die ETS Software die auf einem PC bzw. in einer virtuellen Umgebung wie z.B Parallels auf dem Mac läuft.
Diverse Elektro-Fachbetriebe sind in der Lage ein solches System kostengünstig zu planen und zu konfigurieren sowie auch zu Dokumentieren.
EIB/KNX PowerNet
Um in einem Gebäude z.B die bereits elektrisch betriebenen Rollläden zu automatisieren, wird jeder vorhandene normale elektromechanische Jalousie-Schalter bzw. -Taster durch z.B einen elektronischen UP 6933 U 2-fach PowerNet Aktor ersetzt.
Auf den Aktor wird ein 2-fach EIB/KNX Sensor (Taster) gesteckt. Das Gerät erhält eine fest Adresse und seine Funktion aus der ETS-Software. Innerhalb der ETS-Software legt man die Adresse des Geräts, die Gruppen und die nötigen Aktionen und Parameter fest.
Der PowerNet-Aktor wird von der ETS aus entsprechend einmalig mit einer physikalischen Adresse und der Applikation programmiert. Für diese und ähnliche Anwendungen werden keine neuen Bus-Kabel benötigt, es fallen keine Umarbeiten mit Staub und Dreck an. Der Fachmann tauscht einfach nur vorhandene Schalter gegen eben die neuen PowerNet EIB/KNX Geräte.
Mein Testaufbau zeigt eine Busch-Jäger UP USB-Schnittstelle 6133, drei Aktoren UP 6933 U + 6116 2-fach Taster Alpha Nea so wie den Siemens Phasen- und Medienkoppler 6987/10 und das Siemens IP-Interface N 148/22 welches vier gleichzeitige Verbindungen zulässt.
Um die Parameter des N 148/22 Einstellen zu können ist eine passende USB EIB/KNX TP-Schnittstelle erforderlich.
Zur Fernsteuerung bzw. einer kleinen Visualisierung dient das iPhone mit OpenRemote KNX. Auf die Bandsperren wurde bei diesem Testaufbau verzichtet. In der endgültigen Installation müssen diese allerdings im Stromverteiler eingebaut werden.
EIB/KNX Beispiel und Zugriff per PN/TP Medienkoppler und IP-Interface
Um das eben verbaute PowerNet EIB/KNX-Gerät per LAN bzw. WLAN (Wi-Fi) steuern zu können benötigt man einen Medienkoppler 6987/10 der EIB/KNX PowerNet einmal mit (T)wisted (P)air-EIB und damit dann einem IP-Interface N148 verbindet. Diese Geräte werden im Elektroverteiler eingebaut. Es ist die kostengünstigste Lösung bei der denkbar einfachsten Konfiguration.
IP-Interfaces anderer Hersteller bieten auch eine Web-basierende Benutzeroberflächen an auf die dann direkt per Web-Browser oder direkt von einem App des gleichen Herstellers zugegriffen werden kann.
Um eine Verbindung zum heimischen WLAN/LAN herzustellen dient mir eine Apple Airport Express Basis an die das IP-Interface per Ethernet-Kabel angeschlossen ist. Mit weiteren Einstellungen im Internet-Router, z.B mit einer festen Adresse über dyndns kann man das ganze auch mobil von jedem Punkt aus steuern bei dem man einen Internetzugang findet.
Um mit z.B dem iPhone oder dem iPad per WLAN Rollläden öffnen und schließen zu können benötigt es auf diesen Geräten z.B OpenRemote KNX. Da das IP-Interface (Gateway) eine feste IP-Adresse aus dem heimischen LAN bzw. WLAN erhalten hat und damit ein stetiger Zugriff auf die installieren EIB/KNX-Aktoren und Sensoren inkl. Rückmeldungen auf dem EIB/KNX-Bus besteht, ist die Anlage immer Präsent und kann von jedem beliebigen Punkt aus innerhalb des heimischen WLANs gesteuert werden.
Die Lösung Open Remote KNX benötigt keinen Computer oder Server oder eine ständig aktive Internet-Verbindung. Das ist so auf seine Art und Weise auch eine Form der Energieeinsparung.
Ist eine Grundausstattung installiert kann das System jederzeit erweitert werden. Verbleibt die EIB/KNX-Schnittstelle fest eingebaut kann jederzeit per ETS-Software der Funktionsumfang erweitert oder geändert werden. Auf dem gleichen Weg ist auch eine Visualisierung sämtlicher Schalt- und Steuervorgänge auf einem lokal vorhanden Computer möglich. Kann man solche Anlagen selbst programmieren, sind den Funktionalitäten eigentlich nur noch finanzielle Grenzen gesetzt.
Minimalausstattung für EIB/KNX mit dem iPhone
- iPhone oder iPod Touch, iPad (inkl. Wandmontage)
- EIB/KNX Ethernet Gateway Siemens IP-Interface N 148/22
- Zugriff auf den Ethernet Anschluss des IP-Interfaces - z.B per Wi-Fi (WLAN)
- eine virtuelle Umgebung wie Parallels für die ETS-Software
- bei PowerNet einen Systemkoppler 6987/10 als TP/PN-Medienkoppler
- OpenRemote KNX auf dem iPhone oder iPod Touch
Komfortable Lösung mit ayControl:
ayControl ist eine mobile Visualisierung für EIB/KNX Gebäudesteuerung über das iPhone und das iPad und in jedem Gebäude mit EIB/KNX Bus einfach nachrüstbar. Auch diese Lösung benötigt keinen eigenen Server.
Alle weiteren Informationen finden sie direkt bei ayControl
Die vollkommene Bequemlichkeit lässt sich erreichen wenn z.B die Musik im ganzen Haus von einer zentralen Stelle aus verteilt wird. Ist bereits ein WLAN vorhanden, reichen z.B wenige Airport Express Basen und aktive Lautsprecher um Musik in jeden beliebigen Raum zu bringen.
Per iPhone lässt sich iTunes, Apple TV bequem per Remote App steuern.
Etwas umständlicher lässt sich natürlich auch das ganze Haus und die Geräte die sich in ihm befinden verkabeln und vernetzen. Auch hier können Medieninhalte, die iTunes Bibliothek, z.B Zentral auf einem NAS (Synology) (Qnap) gelagert und über entsprechende Remotes (z.B von Sonos) verwaltet und gesteuert werden.
Im Bereich Multimedia gibt es DNLA- und UPnP-fähige TV-Geräte mit Netzwerkschnittstelle die sich Inhalte aus beliebigen DNLA/UPnP-fähigen Quellen laden. Speziell im Bereich Audio ist z.B Sonos speziell für viele Wünsche ein geeigneter Partner.
Mit Airport Express Basen und der AirPlay-Technologie lässt sich die Musik aus iTunes z.B auch auf viele Receiver bekannter Hersteller direkt übertragen. Bei einigen Modellen benötigt man nicht mal mehr eine Airport Express Basis da die Receiver Wi-Fi-fähig sind.
Musik im Heimnetz (mit AirPlay)
Noxxon Internet Radio iHome iW1 System Sonos streaming Clients Altec-Lansing iPod Lautsprecher und Lautsprecher für zu Hause Apple AirPlay Technologie
Wer noch wer will, oder braucht, wer wissen will was sein Kühlschrank oder seine Waschmaschine macht, dem sei Miele@Home angeraten. Fernbedienbar vom iPhone werden viele Miele Haushaltsgeräte wenn diese Geräte mit einem Miele-Kommunikationsmodul ausgerüstet werden.
Zum Betrieb reicht das vorhandene heimische WLAN. Für die Funktion ist ein Haushaltsgerät mit integriertem Kommunikationsmodul und die Installation des Miele-Gateway XGW 2000 mit Zugang zum heimischen WLAN-Router Voraussetzung.
Heimautomation über Wi-Fi (WLAN)
Mit einigen Adaptern will der Hersteller Belkin die Automatisierung im Haus über das vorhandene WLAN vereinfachen. Mit passender App auf dem iPhone können die Adapter gesteuert werden.